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«Mein süsses Lieb!» In schatg ord l'archiv da brevs d'amur

Qua pudais Vus sfundrar en brevs d'amur da temps passads.

Brevs d'amur avevan pli baud ina pli gronda impurtanza che uss. Oz na vegnia betg pli scrit bleras brevs d'amur, quai di il responsabel per las collecziuns dal Museum da communicaziun da Berlin, Dr. Veit Didczuneit. Nua che la correspundenza per brev exista anc oz saja tar la posta militara. La schuldada appreziescha d’avair brevs persunalas en l’unifurma, per exempel durant temps da guerra, enstagl d’in whatsapp sin il telefonin, uschia Dr. Didczuneit.

RTR a la tschertga da brevs d'amur rumantschas

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Avais Vus en truclet brevs d'amur? Forsa talas ord la plima da Voss antenats u che Vus avais retschavì? Tramettai quellas ad RTR, per e-mail social@rtr.ch

Brevs d'amur d'avant passa 100 onns

Sutvart pudais Vus leger – e laschar inspirar – d'intginas brevs d'amur dal 19avel ed entschatta dal 20avel tschientaner. Questas brevs sa chattan en la collecziun da brevs d'amur dal museum a Berlin. Per pudair leger meglier la scrittira veglia tudestga, la «Kurrentschrift», datti ina transcripziun da mintga brev en scrittira moderna. Cun in clic sin il paliet da maun dretg pudais Vus avrir mintga brev.

Mein Fräulein! (dal 1845)

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Legenda: Museum da communicaziun Berlin

Wie bedeutungsvoll der heutige Tag für Sie ist an dem Sie das Licht der Welt erblickten, werden Sie schon oft empfunden haben, und noch viel öfter empfinden. Welch schönes Gefühl muss es für Sie sein, dieses Fest zu begehen wo so viele Herzen für ihr Wohl schlagen.

Mit wie vieler Theilnahmen von Seiten Ihrer lieben Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunden dieser Tag begrüsst wird, möge Ihnen Ihren eigenen Werth erkennen lassen, obgleich Ihre bescheidene Anspruchslosigkeit nichts weiter davon als ein gutes Herz zur Schau trägt, ein Herz mit dem Sie….

(Den 25. Mai 1845)

Mein süsses Lieb! (dal 1851)

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Legenda: Museum da communicaziun Berlin

Ihr Laibacher Wundbalsam hat wahrlich Wunder gewirkt, ich habe ihn aber auch mit der Weihe eines Entzückten eingeschlürft, denn ich bedurfte schon eines Linderungsmittels für meine Schmerzen.

Ach Linchen, es ist doch wieder eine Portion von Wien aus am Wege, nicht wahr? Morgen Sonntag erwarte ich sie, ach dass es doch schon Sonntag wäre, und aber ach, dass ich ihn ohne Ihnen verleben muss!

Linchen ich habe Ihre Zeilen Niemanden gezeigt, werde auch Ihr Morgiges verschweigen, was ich umsoleichter thuen kann, da Ihr Papa gewiss von Wien aus an die Tante schreibt. Die Tante ahnet gar nicht, dass Sie mir vor [Pechel] schreiben werden, ja sie sagte vorgestern: Mein Schwager wird gewiss von Wien aus schreiben, dir L. auf keinen Fall, denn bis dir ihren [Coffre auszackt], wird es eine Weile brauchen; ich schwieg und lachte ins Fäustchen.

Mir fiel sogleich Schillers Epigramm ein:

«[Worte/Werte] sind gut und verständig; doch zählen für Einen nur Alle, denn sie beherscht der Begriff, ach! Nicht das liebende Herz».

Solche Menschen leben nur ein halbes Leben, und haben aus den Blumen des Lebens nur Heu herausgefunden.

Vorgestern besuchte ich die Tante, fand sie aber nicht zu Hause und erfuhr von Onde, dass sie schon um 2 Uhr N.M. in die Campagna Stettner ist mit den Kindern. Dahin also wandt’ich meine Schritte und zwar schweren Herzens; vor dem Thore angelangt hielt man mich für H. Ferch, denn er sollte die Emma in das französische Theater abholen, das Erstaunen war natürlich gross, als man mich fand.

(Triest am 14ten Juny 1851.)

Lieber Carl (dal 1878)

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Legenda: Museum da communicaziun Berlin

Lieber Carl es ist mir so lange keine Gelegenheit geboten worden an Sie zu schreiben das ich besorgt werde Sie könten an meiner Freundschaft und Anhenglichkeit zu zweifeln das Es mier Veranlassung gibt ihnen diesen Brief zuzusenden ihr Letzter Brief hat mier so Gefreut das ich einen so gehorsamen Sohn habe und mein senlichster Wunsch ist Ein freunliches Gestirn möge über Ihren Schicksale Leuten und ihr Last stets aufs Lieblichste fallen Welche ich in meinen Herzen für sie hege.
(Hamburg den 3 Juli)

Carta postala per schuldà (dal 1908)

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Legenda: Museum da communicaziun Berlin

«Soldatenkarte»

Füsilier Brammen
9 Komp. N.39
Düsseldorf
Eigene Angelegenheit des Empfängers

Mein lieber Heinrich, dich zu lieben bin geboren allen andern hab! Ich entsagt, Treue hab ich dir geschworen, treu bleib ich dir bis in das Grab! So bleib auch du bei deinen Gedanken, und vergiss die Treue nicht. Lieber Heinrich wie ist es mir zu mute heute wieder den ganzen Tag einsam und verlassen, ich hoffe dass du bald wieder herüber kommst. Unter Gruss und Kuss verbleibe ich dir dein Treu bleibendes [Mündel]
Viele Grüsse an allen, besonders Johann.

Brevs d'amur ch'han surmuntà cunfins serrads

L'onn 1988 ha la studenta da farmazia Katrin S. da Sebnitz en Saxonia entupà il student Henson S. da Alzenau, datiers da Frankfurt am Main, en il tren da Prag a Dresden/Berlin. La giuvna da 22 onns ed il giuven da 24 onns èn s'inamurads. Henson pudeva mo darar visitar Katrin ed ella, sco burgaisa da la Republica Democratica Tudestga (DDR), na dastgava betg ir en il vest.

Telefonar era fitg char, uschia ch'els avevan be la pussaivladad da scriver brevs. Las brevs cuntinueschan fin il schaner 1989, cura che Katrin ha cumenzà ina nova relaziun, perquai ch'ella na veseva nagin futur per els dus. Quella relaziun n'ha dentant betg funcziunà ed ella ha puspè contactà Henson. Ils 7 da settember 1989 è Katrin lura fugida or da la DDR. Henson ha gidà ella da cumenzar ina nova vita en la BRD.

Hey Henson!

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Legenda: Museum da communicaziun Berlin

Nun möchte ich Dir erst einmal für Deine viele Post und interessante zugleich danken. Ich bin zur Zeit nämlich mal wieder urst gestresst, da ich arbeiten gehe in eine Apotheke und in der Schule schreiben wir zur Zeit laufend Klausuren. Wenn ich dann mal Zeit habe muss ich in den Waschsalon oder gehe mal Leute besuchen oder bin irgendwo eingeladen. Würzburg ist zwar etwas verschlafen, aber ich merke es nicht so recht, denn dazu bin ich einfach zu [luktisch].
Ausserdem musste ich in letzter Zeit laufend Besuch empfangen so meine Dina, Katrin Moser + Freund und Freunde aus der DDR. Trotzdem fühle ich mich manchmal recht einsam. Dirk ruft nicht mehr an und ich bin es mir Leid bei Ihm immer anzurufen. Zum Glück ist ja Jörg nicht weit weg und so hast Du mal recht gehabt, dass wir wieder zusammen sind. Brauchst nicht gleich den Brief beiseite legen. Wir verstehen uns seit er hier ist total gut und nun ist es hoffentlich endgültig, das wir zusammen sind. Wir geben uns alle Beide recht viel Mühe, um uns zu verstehen. Weiter möchte ich Dir davon nichts schreiben, da es [für] Dich nicht wichtig ist.
Deine Zeitungartikel habe ich alle Beide erhalten und gelesen.
So sieht es zur Zeit in der DDR aus und auch bei mir. Ich fühl mich heute so leer Dir irgendetwas gehaltvolles zu schreiben. Denn ich bin geschafft, obwohl es erst 1500 Uhr ist. Den ganzen Tag im Waschsalon, gebügelt, einkaufen gewesen und mal wieder ein Paket von meiner Mutter. Mir geht das ewige Pakete bekommen auf den Geist. Die Briefe hat meine Mutter noch. Bitte fordere sie doch einfach bei Ihr an. Ich bin es Müde Ihr zu schreiben, da ich nie Antworten auf meine Fragen erhalte, nur so bla bla bla und da sie sich früher auch nie für mich interessiert haben [kil] ich’s jetzt. Ist bestimmt total verkehrt, aber ich bin immer mal krank gewesen früher mit meiner Haut, da hat sich keine Mutter auch nur Gedanken über mich gemacht, auf einmal bin ich hier und sie erinnert sich an mich. Ich hab das Alles meiner Oma erzählt. Sie war natürlich ganz schön von den Socken, aber mir gings danach besser.
Bei Dir scheint ja in Berlin die Hölle los zu sein. So richtig vortellen kann ich mir allerdings nicht wie es ohne Mauer jetzt ist. Ich möchts bald mal erleben da bei Dir zu sein. Ich […] mich aber noch nicht so richtig durch die DDR. Doch lang dauerts nicht mehr.
Danke noch für den netten Hinweis mit Christophs Geburtstag.
So, ich muss jetzt wieder weg.
Sei ganz lieb gegrüsst von
Deiner Katrin!

a l'ur:
nicht mehr
vor sich sehen
als ein paar
lichte punkte
genügt
das nicht
um eine reise
zu beginnen?
warum –
so frag ich mich –
will ich oft
gleich zu beginn
das ganze
andere Ufer
sehen?

Artitgels legids il pli savens

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