«Es ist brutal in Chur – Crack-City, effektiv». Doch nun gibt es neue Hoffnung. Mitte März wird das neue Konsumlokal eröffnet. Die Erwartungen sind hoch. Ein Blick ins Lokal in Zürich zeigt, dass das Konzept aufgehen kann. In Chur ist die Skepsis bei den Konsumentinnen und Konsumenten jedoch noch gross.
Der «Stadtgarten» ist ein Park mitten in Chur und doch komplett an der Peripherie. Hier hat sich seit Jahrzehnten eine offene Drogenszene entwickelt, in der sich diejenigen niederlassen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Derzeit dominiert eine Substanz diese Szene: Crack.
Der «Stadtgarten», einst ein Ort der Erholung, ist zum Epizentrum einer offenen Drogenszene geworden. Werner Erb ist der gute Geist des Stadtgartens. Der pensionierte Sozialarbeiter engagiert sich seit 13 Jahren ehrenamtlich. Er stellte eine dramatische Veränderung fest. Seit vier Jahren werde überwiegend Kokain statt Heroin konsumiert, die Süchtigen reagierten anders auf diese neue Droge.
Einer der Konsumenten, der anonym bleiben möchte, ist Milo. Er bestätigt die dramatische Situation.
Das ist brutal in Chur, ja. Crack-City, wirklich.
Er beschreibt, wie die Droge nicht nur die Psyche, sondern auch den Charakter der Menschen zerstört, und vermutet, dass die Zahl der Konsumenten viel höher ist, als angenommen wird.
Im März öffnet der Konsumraum
Die offene Drogenszene ist ein Schreckgespenst für ganz Chur – für Abhängige, für die Bevölkerung, für die Polizei. Nun gibt es aber Hoffnung. In wenigen Wochen soll ein Konsumraum eröffnet werden, der den Konsum harter Substanzen ermöglicht und einen Unterschlupf bietet. Was nach Luxus klingt, hat aber einen klaren politischen Hintergrund. Wer in einem Lokal konsumiert, konsumiert nicht mehr öffentlich unter den Blicken aller – die offene Szene verschiebt sich.