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Geschichte Rätoromanisch – ein Erbe der Räter und Römer

15 v. Chr. erobern die Römer weite Teile von den Alpen bis zur Donau. In seiner grössten Ausdehnung im 5. Jahrhundert n. Chr. umfasst die Römische Provinz namens «Raetia» ein sehr weiträumiges Gebiet von der oberen Donau bis zur Adria.

Mit den Römern kam das Latein nach Graubünden und veränderte die Sprache. Bis ca. 400 n. Chr. erfuhr die Provinz Rätien eine intensive Romanisierung. Entstanden ist das Rätoromanische aus der Verschmelzung der vorrömischen Sprachen mit dem Volkslatein der römischen Soldaten, Beamten und Kaufleute.

Während der Reorganisation des Römischen Reiches rund 300 n. Chr. wird die Provinz Rätien zweigeteilt:

  • Die Raetia prima mit der Hauptstadt Curia Raetorum (Chur) umfasste die heutige Ostschweiz, Graubünden, das Vorarlberg, der angrenzende Teil Tirols, das Vintschgau und Teile der Innerschweiz.
  • Die Raetia secunda mit der Hauptstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg) umfasste die bayrisch-schwäbische Hochebene nördlich des Bodensees und die nördlichen Teile des Tirols.
Der Zerfall der römischen Provinz «Raetia»
Legenda: Der Zerfall der römischen Provinz «Raetia» RTR

500 n. Chr. setzte der Zerfall des Römischen Reiches ein. 536 n. Chr. kommt die «Raetia prima» zum Reich der Franken. Daraufhin siedeln sich zwischen dem «Lai da Constanza» bzw. Bodenseeraum und den Glarner Alpen zahlreiche Gruppen von Alemannen an, so dass sich das Deutsche allmählich als Leitsprache durchgesetzt.

Nach einem Grossbrand 1464 wird Chur vollständig germanisiert. Die Romanen verlieren ihr sprachlich-kulturelles Zentrum.

Die Sprache wurde im 16. und 17. Jahrhundert im Zuge der Reformation und Gegenreformation verschriftlicht und findet seit dem 19. Jh. auch Verwendung in literarischen Texten, in Presseerzeugnissen, in Volkskalendern, in der Schule sowie, ab Mitte des letzten Jahrhunderts, in den elektronischen Medien (Lia Rumantscha).

 Heute ist Rätoromanisch eine von drei Amtssprachen in Graubünden. Nebst der Romanischen Sprache erinnert aber auch die «Rhätische Bahn» und das «Rätische Museum» an die römischen Wurzeln.

Rätoromanische Wörter im Schweizerdeutschen

Dass man früher im Sarganserland, Werdenberg und Bündner Rheintal Rätoromanisch gesprochen hat, zeigen ein paar Lehnwörter, welche bis heute überlebt haben.

Deutsch Lehnwörter Rätoromanisch (Rumantsch Grischun)
Kaffee- oder Teegebäck «bischgetii» biscuit
Pflaume «palooga» paloga
Gemütlich «patschigif» patgific
Schrank «schgaffa» stgaffa
Vorratskammer «spensa» spensa (sursilvan)
Fass-, Wasserhahn «spiina» spina d'aua
Braut «spuusa» spusa
Zvieri «zmarend» marenda
Vielleicht, ziemlich «magaari» magari
wirklich «propi» propi
Papiersack, Tüte «schgarnutz» stgarnuz
Ware «roobi» rauba
Umziehen, zügeln «rooba» robegiar (sursilvan)
Pullover «lismer» lismer

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