Die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner können am Freitag, 23. Januar 2026 nach Brienz zurückkehren und bereits wieder in ihren Häusern übernachten. Die Evakuierung des Dorfes ist aufgehoben. Das schreibt die Gemeinde Albula in ihrem aktuellen Informationsbulletin. Das Dorf war aufgrund der Gefahr von Erdrutschen über ein Jahr evakuiert.
Auch die Postautos fahren wieder normal via Brienz zwischen Lenzerheide und Davos. Ein Ende der Evakuierung ist möglich, da sich die Bodenbewegungen oberhalb des Dorfes beruhigt haben. Die Gefahrenzone oberhalb der Gemeinde ist weiterhin gesperrt.
Brienz/Brinzauls
Rückblick nach Brienz/Brinzauls
Bereits im Mai 2023 mussten die Brienzerinnen und Brienzer das Dorf für mehrere Wochen verlassen. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni 2023 rutschten mehrere Millionen Kubikmeter Material Richtung Dorf. Die Schuttlawine stoppte jedoch kurz vor dem Dorf, begraben wurden lediglich ein Stall und eine Verbindungsstrasse. Anfang Juli 2023 konnten die Bewohnerinnen und Bewohner schliesslich wieder nach Hause zurückkehren.
Seit dem 17. November 2024 war das Dorf Brienz dann wieder leer und verlassen. Die Behörden hatten eine Evakuierung angeordnet, da der Hang oberhalb des Dorfes, der sich bewegt, mit hoher Geschwindigkeit abrutschen und das Dorf gefährden könnte. Bereits zum zweiten Mal mussten die Bewohnerinnen und Bewohner von Brienz ihre Häuser verlassen.
Im Februar und März 2025 war es erstmals möglich dem Zuhause einen Kurzbesuch abzustatten. Zahlreiche Personen haben die Gelegenheit genutzt und haben das Dorf und ihr Zuhause besucht. Auch die Landwirte konnten zurückkehren und durften mit den Frühlingsarbeiten auf dem Feld beginnen, dies jedoch nur teilweise.
Eindrücke aus dem Dorf Brienz/Brinzauls
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Bild 1 von 4. Der Gemeindepräsident von Albula/Alvra steht erneut im medialen Fokus – Daniel Albertin beantwortet Fragen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 4. Das Dorf was lange Zeit gesperrt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 4. Die Schuttlawine vom Juni 2023 hat vor dem Dorf gestoppt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 4. Die Rutschung des Dorfes hinterlässt Spuren. Bildquelle: Keystone.
Der Hang ist unberechenbar
Nach dem regnerischen Frühling und Frühsommer 2025 haben die Geologen mehr Bewegung festgestellt. Obwohl die Rutschung dank der trockenen Phase Ende Oktober und November verlangsamt habe, bewege sich der Hang immer noch 20 Zentimeter pro Tag. Gemäss den Experten ist es möglich, dass sich die Situation wieder beruhigt, es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass sich rund 1,2 Millionen Kubikmeter Material lösen und mit einer hohen Geschwindigkeit Richtung Dorf donnern. Wenn das der Fall wäre, würden die Warnsysteme nicht genügen, um die Menschen und Tiere in nützlicher Frist zu warnen. Aus diesem Grund hat der kantonale Führungsstab die Evakuation schliesslich angeordnet.
Steinschlag und Schuttlawinen gehören zum Dorf
Bereits seit über zwei Jahrhunderten bewegt sich der Hang oberhalb von Brienz. Der erste geologische Bericht datiert vom Jahre 1879. Seit dem wurden auch verschiedene Massnahmen ergriffen, um den Hang zu stabilisieren und das Dorf zu schützen. Es donnerten auch immer wieder Steine zu Tal, die Häuser haben Risse in der Fassade und auch der Kirchturm musste bereits stabilisiert werden. Die Bevölkerung hat gelernt mit der permanenten Bedrohung und der Konsequenzen zu leben.