Die Gemeindeversammlung von Albula hat dem Kredit für die Umsiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner von Brienz/Brinzauls mit 41 zu 3 Stimmen klar zugestimmt. Aufgrund der Erdrutschgefahr musste die Bevölkerung bereits mehrmals für mehrere Monate das Dorf verlassen. Wer nun das Dorf verlassen will, soll dies ohne grosse Kosten tun können. 42 Parteien haben den Antrag auf präventive Umsiedlung gestellt.
Nach dem klaren Ja der Gemeindeversammlung verhandelt die Regierung im Spätsommer als Nächstes über den Kredit – und wenn das Projekt offiziell genehmigt ist, haben die Betroffenen dann fünf Jahre Zeit, den Wechsel vorzunehmen. Sie haben drei Möglichkeiten:
- in ein bestehendes oder neues Haus irgendwo im Kanton ziehen
- das Geld für Land und Gebäude in Brienz auszahlen lassen
- in eine der vordefinierten Zonen innerhalb der Gemeinde Albula umziehen
Brienz/Brinzauls
Die Lage hat sich stabilisiert, bleibt aber unklar
Das Dorf Brienz/Brinzauls ist seit rund einem halben Jahr wieder bewohnbar und die Bevölkerung ist zurückgekehrt. Die Situation hat sich dank des Entwässerungstunnels stabilisiert. Dennoch setzen Gemeinde, Kanton und Bund das Umsiedlungsprojekt fort. Weitere Evakuierungen seien unwahrscheinlich, könnten aber nicht ausgeschlossen werden, heisst es in der Botschaft der Gemeinde Albula.
Steinschlag und Schuttlawinen gehören zum Dorf
Bereits seit über zwei Jahrhunderten bewegt sich der Hang oberhalb von Brienz/Brinzauls. Der erste geologische Bericht datiert vom Jahre 1879. Seit dem wurden auch verschiedene Massnahmen ergriffen, um den Hang zu stabilisieren und das Dorf zu schützen. Es donnerten auch immer wieder Steine zu Tal, die Häuser haben Risse in der Fassade und auch der Kirchturm musste bereits stabilisiert werden. Die Bevölkerung hat gelernt mit der permanenten Bedrohung und der Konsequenzen zu leben.