Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) erschliesst gemeinsam mit dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) einen wichtigen Teil ihres visuellen Erbes. Ab sofort sind ca. 28'000 historische Fotografien aus über einem Jahrhundert auf der Bildplattform E-Pics der ETH Zürich frei zugänglich.
Erste Experimente
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Bild 1 von 7. Vorbereitungen für fotogrammetrische Aufnahmen, Weissfluhjoch, Davos, 1938. Bildquelle: WSL.
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Bild 2 von 7. Abwiegen von Schneeproben, 1942. Bildquelle: WSL.
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Bild 3 von 7. Bau neuer Geräte in der eigenen Werkstatt. F. Brändlin, April 1945. Bildquelle: WSL.
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Bild 4 von 7. Bestimmung der Luftdurchlässigkeit im Schnee, 1947. Bildquelle: WSL.
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Bild 5 von 7. Messgerät für Schneeblöcke. Bildquelle: WSL.
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Bild 6 von 7. Auch mit diesem Gerät kann man Schneeblöcke messen. Bildquelle: WSL.
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Bild 7 von 7. Neben historischen Fotografien finden sich in der Sammlung auch viele Skizzen, Zeichnungen und Illustrationen. Bildquelle: WSL.
Die digitalisierten Glasplatten, Filmnegative und Dias zeigen eindrückliche Motive der Schweizer Wald-, Schnee- und Lawinenforschung – von den Aufräumarbeiten nach Lawinen, über die ersten Experimente in den Bergen bis hin zur Rodung für den Bau des Flughafens Kloten. Viele Bilder stammen aus den Sammlungen des Bundesforstinspektors Frank Fankhauser und des Lawinenforschungs-Pioniers Ernst Eugster.
Rodung in Kloten
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Bild 1 von 3. Rodung für den Flughafen Kloten, Dezember 1946. Bildquelle: WSL.
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Bild 2 von 3. Rodung für den Flughafen Kloten, Astverbrennung, Dezember 1946. Bildquelle: WSL.
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Bild 3 von 3. Rodung für den Flughafen Kloten, Dezember 1946. Bildquelle: WSL.
Projektleiter Thomas Reich betont den kulturhistorischen Wert der Sammlung: Sie dokumentieren nicht nur die wissenschaftlichen Entwicklungen seit 1902, sondern auch den damaligen Arbeitsalltag. Bevor sie digitalisiert werden konnten, mussten die Originale aus schwierigen Bedingungen gerettet werden. Tausende von Stunden Handarbeit wurden in die Reinigung, Klassifizierung, Digitalisierung und Erfassung aller verfügbaren Metadaten investiert.
Nun wird das wertvolle Inventar in spezialisierten Archivboxen unter kontrollierten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen gelagert. Gleichzeitig ist es der Öffentlichkeit zugänglich: Die Fotografien können auf E-pics gratis heruntergeladen werden, die meisten sogar unter einer Creative-Commons-Lizenz – das heisst, sie dürfen für nicht-kommerzielle Arbeiten verwendet werden.
Mit der Publikation dieser Schätze veranschaulichen der WSL und das SLF einen zentralen Teil der Schweizer Umweltforschung für Historikerinnen, Medienvertreter und interessierte Laien.
Leben und forschen in den Bündner Bergen
Unter den 28'000 neu publizierten historischen Fotografien der WSL und des SLF befinden sich zahlreiche Aufnahmen von grosser Bedeutung für Graubünden. Sie dokumentieren Lawinenereignisse in verschiedenen Regionen des Kantons: von Davos, der Surselva über das Prättigau bis ins Engadin.
Lawinenschäden
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Bild 1 von 10. Schneebrettlavine, Arosa, 1938. Bildquelle: WSL.
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Bild 2 von 10. Suche/Sondierung in einer Lawine, Weissfluh, Tavau, 1940. Bildquelle: WSL.
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Bild 3 von 10. Lawine im Hotel Rosegg, Pontresina, 1951. Bildquelle: WSL.
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Bild 4 von 10. Hotel Etania beschädigt durch Lawine Schiahorn, Davos, 1962. Bildquelle: WSL.
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Bild 5 von 10. Zerstörte Häuser im Dorf, Medel. Bildquelle: WSL.
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Bild 6 von 10. Völlig zerstörtes Haus Rippmann, Egga, Davos, 1968. Bildquelle: WSL.
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Bild 7 von 10. Lawine Sogn Placi, Disentis, 1984. Bildquelle: WSL.
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Bild 8 von 10. Lawine Sogn Placi, Disentis, 1984. Bildquelle: WSL.
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Bild 9 von 10. Zerstörter Stall, Schuders, 1982. Bildquelle: WSL.
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Bild 10 von 10. Rettungsequipe bei Lawinenkegel, Flüelapass, Davos, 1983. Bildquelle: WSL.
Die Bilder zeigen zerstörte Häuser, verschüttete Strassen und Bahnen, frühere Rettungsaktionen und die harte Winterrealität der vergangenen Jahrzehnte. Viele stammen aus der Pionierzeit der Lawinenforschung in Davos, wo das heutige SLF seine Wurzeln hat. Forscher wie Ernst Eugster dokumentierten in dieser Zeit beeindruckende Lawinen, Messungen und Experimente im Hochgebirge.
Die Fotografien geben nicht nur wissenschaftliche Einblicke, sondern erzählen vom Leben in einer Bergregion, in der die Lawinengefahr immer präsent war. Sie zeigen den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften und die Entwicklung der Schutzmassnahmen, die Graubünden geprägt haben.
Schutzmassnahmen
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Bild 1 von 11. Lawinenüberbauung, Schiahorn. Bildquelle: WSL.
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Bild 2 von 11. Lawinenüberbauung Alp Grüm mit der Berninabahn, Poschiavo. Bildquelle: WSL.
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Bild 3 von 11. Bergün Filisur, 1930. Bildquelle: WSL.
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Bild 4 von 11. Lawinenüberbauung «Sassella». Eisenbahnschutz, Zernez, 1938. Bildquelle: WSL.
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Bild 5 von 11. Lawinenüberbauung Schiahorn, Davos. Bildquelle: WSL.
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Bild 6 von 11. Gerät zur Messung der Schneelast, Alp Grüm, Poschiavo, 1938. Bildquelle: WSL.
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Bild 7 von 11. Gerät zur Messung des Schneedrucks, Weissfluhjoch, Davos, 1943. Bildquelle: WSL.
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Bild 8 von 11. Lawinensprengung, Davos, 1940. Bildquelle: WSL.
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Bild 9 von 11. Sprengsatz mittels Lawinenleine in den Lawinenhang werfen, 1940. Bildquelle: WSL.
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Bild 10 von 11. Bühne für die Montage von Schneetunnel, Oberalp, 1940. Bildquelle: WSL.
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Bild 11 von 11. Das Endprodukt. Bildquelle: WSL.
Gleichzeitig umfasst das Archiv weit mehr als nur Fotos von Lawinen und Schnee. Viele Aufnahmen zeigen den Alltag in den Bündner Alpen, erste Vermessungsstationen, Waldpflege, Landschaften oder die Entwicklung der Forst- und Bergforschung. Sie fangen die Veränderungen der Arbeit in den Bergen und das Leben in den Tälern im Laufe eines Jahrhunderts ein.